... der Zweite!

Mit "Schattenblüte. Die Verborgenen" habe ich das letzte Buch meines ersten Mini-SuBs fast beendet. Also muss ein neuer SuB her. Der sieht so aus:

Hach, ich weiß gar nicht, auf welches Buch ich mich am meisten freue. Sie sind bestimmt alle toll!

25.1.12 18:28, kommentieren

Bewertungssystem

Damit es euch leichter fällt, auf einen Blick zu erkennen, wie ich ein Buch bewertet habe, habe ich mir ein ganz tolles Bewertungssystem ausgedacht:

Ich vergebe einfach Wolken zwischen 1 und 5 für das jeweilige Buch, wobei 5 natürlich die Bestnote darstellt.

Für Wolken habe ich mich entschieden, da mein Blog ja traumtaenzerin2 heißt und ich als Traumtänzerin gerne auf Wolken schwebe. ;-)

Zukünftig könnt ihr unter meinen Rezensionen also folgende Bilder finden:

Bei den älteren Rezensionen werde ich nach und nach auch jeweils ein Bewertungs-Bildchen anhängen. :-)

23.1.12 17:54, kommentieren

Brandon Sanderson - Der Weg der Könige

Ich liebe ja dicke Schmöker und gerade im Bereich Fantasy gibt es einige monumentale Werke, die um die 800 Seiten oder sogar mehr umfassen. Beim Stöbern im Buchladen ist mir deshalb auch das Buch "Der Weg der Könige" von Brandon Sanderson aufgefallen, weil es so schön dick ist. Da zusätzlich auch noch der Klappentext sehr interessant klang, durfte das Buch mit nach Hause kommen, wo ich es dann auch gleich gelesen habe.

Wie mir das Buch gefallen hat, erfahrt ihr in dieser Rezension. ;-)


Klappentext:
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Roschar ist eine sturmumtoste Welt. Jahrtausendelang wurde Roschar von den Herolden und ihren Strahlenden Rittern regiert, übermenschlichen Kriegern, deren magische Splitterklingen jedes Leben auslöschen konnten. Doch die Herolde sind verschwunden, und nun droht Roschar zu zerfallen.

In dieser Zeit des Untergangs begeben sich vier ganz unterschiedliche Menschen auf die Suche nach neuer Hoffnung.

Dalinar, der Bruder des ermordeten Königs von Alethkar und ein alternder Krieger in einem der mächtigsten Reiche von Roschar, wird von verstörenden Visionen aus längst vergessenen Zeiten heimgesucht.

Kaladin, ein junger Sklave, muss sein Schicksal in den Kämpfen und Stürmen des Heeres von Alethkar finden.

Schallan ist eine junge Adelige, deren Herz sich nach unerforschten Geheimnissen sehnt, deren Familie ihr jedoch einen so frevelhaften wie gefährlichen Auftrag gegeben hat.

Und schließlich Szeth, ein mysteriöser Assassine, der nicht nur den König von Alethkar ermordet hat, sondern der für noch dunklere Taten ausersehen wurde.

Alle vier erkennen nach und nach, dass die Zukunft Roschars in den Händen derer liegt, die das Geheimnis der Splitterklingen ergründen können...


Über den Autor:
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Brandon Sanderson, 1975 in Nebraska geboren, schreibt seit seiner Schulzeit phantastische Geschichten. Er studierte Englische Literatur und unterrichtet Kreatives Schreiben. Sein Debütroman »Elantris« avancierte in Amerika auf Anhieb zum Bestseller. Seit seinen Jugendbüchern um den jungen Helden Alcatraz und seiner großen Saga um die »Kinder des Nebels« gilt der junge Autor auch in Deutschland als einer der neuen Stars der Fantasy. Er wurde auserwählt, Robert Jordans großen Fantasy-Zyklus »Das Rad der Zeit« fortzuschreiben. Brandon Sanderson lebt mit seiner Familie in Provo, Utah.


Allgemeines zum Buch:
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"Der Weg der Könige" umfasst 888 Seiten und gliedert sich in ein Präludium, einen Prolog, drei Teile, mehrere Zwischenspiele, eine Schlussbemerkung, das Ars Arcanum sowie eine Danksagung des Autors. Als besonderes Extra findet sich am Ende zudem eine Leseprobe des Nachfolgers "Der Pfad der Winde", der im August 2011 beim Heyne Verlag erscheint.

Der Handlungszeitraum erstreckt sich über mehrere Jahrtausende, denn der Prolog spielt 4500 Jahre nach den Ereignissen im Präludium. Die Geschehnisse, auf denen das Hauptaugenmerk des Buches liegt, spielen wiederum fünf Jahre nach dem Prolog. Aber lasst euch dadurch nicht verwirren. ;-)

Geschrieben ist das Buch aus der Sicht eines allwissenden Erzählers in der Vergangenheitsform.

Erwähnenswert ist auf jeden Fall die Gestaltung des Romans. Schon allein der Buchumschlag ist ein wahrer Hingucker, aber was sich im Inneren des Buches verbirgt, ist einfach toll. Hier finden sich farbige Karten, eine Vielzahl an Zeichnungen, jeder der einzelnen Teile des Buches wird von einer Art "steinernen" Vorsatzpapier eingeleitet, jede Kapitelüberschrift ist mit einem Banner gestaltet. Die Illustratoren haben wirklich eine großartige Arbeit geleistet und es macht Spaß, die Handlung anhand der Karten zu verfolgen oder sich anhand der Zeichnungen ein Bild von den fantastischen Wesen, die im Buch auftauchen, zu machen.

Brandon Sanderson hat bereits in den neunziger Jahren begonnen, an diesem Buch zu arbeiten. Es ist sozusagen der "Roman seines Herzens".

Die Originalausgabe ist unter dem Titel "The Way of Kings - Book One of The Stormlight Archive" bei Tor/Tom Doherty Associates, LLC, New York, erschienen. Diese Ausgabe umfasst rund 1000 Seiten. Die Übersetzung wird in zwei Teilen erscheinen. Erster Teil ist der hier vorgestellte Roman "Der Weg der Könige", der zweite Teil erscheint im August 2011 unter dem Titel "Der Pfad der Winde", ebenfalls im Heyne Verlag. Insgesamt ist die Reihe um die "Sturmlich-Chroniken" auf 10 Bände ausgelegt.
(Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/The_Stormlight_Archiv e#Book_releases)


Meine Meinung zum Buch:
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Brandon Sanderson hat mit "Der Weg der Könige" ein wahres Fantasy-Epos geschaffen. Er hat sich eine ganz eigene Welt ausgedacht, in der die Personen und Orte fantastische Namen tragen, die teilweise echte Zungenbrecher darstellen. Dem Leser begegnen fantastische Wesen wie Beiner, Donnerbrocken oder Chulle. Eines dieser fantastischen Wesen ist mir besonders ans Herz gewachsen: Ein kleines Windsprengsel. Doch dieses lernt ihr am besten selbst kenne, ohne dass ich euch an dieser Stelle zu viel darüber verrate.

Zusätzlich hat der Autor ganze Arbeit geleistet und sich ein ganz neues und eigenes Magiesystem ausgedacht. Es umfasst Seelengießer, mit denen Substanzen in andere umgewandelt werden können; Splitterklingen, die so scharf und machtvoll sind, dass sie massivstes Gestein problemlos durchdringen; und unter anderem das Peitschen, eine Fortbewegung, in der die Regeln der Erdanziehung komplett auf den Kopf gestellt werden. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Es hat mir großen Spaß bereitet, mich von Sanderson in diese magische Welt entführen zu lassen.

Dem Leser begegnet eine Vielzahl an Charakteren. Einige von ihnen spielen nur kleine Rollen, andere hingegen umso wichtigere und bedeutendere. Es fällt dem Leser aber nicht schwer, zu unterscheiden, welchen Charakteren er mehr Aufmerksamkeit schenken muss als anderen. Besonders die vier im Klappentext erwähnten Charaktere sind es, die in diesem Roman eine bedeutende Rolle spielen. Dabei folgt der Autor ihnen nicht geradlinig, sondern springt zwischen vielen Handlungssträngen hin und her. Und dabei schafft er es dennoch, jedem Charakter genügend Aufmerksamkeit zu widmen, um ihn interessant und ausführlich zu zeichnen. Sanderson beleuchtet jeden Charakter umfassend, beschreibt sowohl sein Äußeres als auch sein Innenleben, seine Vergangenheit als auch seine gegenwärtigen Situationen. Mich haben vor allem Schallan und Kaladin interessiert.

So ausführlich wie sich Sanderson seinen Charakteren widmet, so umfangreich bemüht er sich auch, die Umgebung, in der die Handlung spielt, darzustellen. Der Autor beschreibt die Landschaften, die Gebäude, die Wetterbedingungen, und dies alles so eindringlich und anschaulich, dass vor meinem inneren Auge ein detailliertes Bild entsteht. Überhaupt ist die Welt von Roschar sehr von den Naturgewalten, insbesondere den Stürmen, bestimmt. So besteht die Währung zum Beispiel aus Kugeln, die vom Sturmlicht aufgeladen werden und dadurch besonders wertvoll sind.

Sandersons Schreibstil ist sehr angenehm. Obwohl das Buch sehr umfangreich ist, habe ich es doch schnell verschlungen. Denn es liest sich leicht und flüssig, auch an Humor mangelt es dabei nicht. Dialoge und reine Beschreibungen halten sich angenehm die Waage Und so merkt man gar nicht, wie schnell die Seiten während des Lesens nur so dahin fliegen.

Das liegt aber auch an der größtenteils spannenden Handlung. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, den einzelnen Charakteren zu folgen. Dabei ist die Handlung sehr abwechslungsreich. Während Kaladin zum Beispiel sein Sklavendasein als Brückenträger im Krieg fristet, ist es Schallans größtes Ziel, als Mündel bei der Hoheit Jasnah aufgenommen zu werden. Aber auch über die Vergangenheit von Kaladin und seine Ausbildung erfährt man einiges und so widmet sich Sanderson den unterschiedlichsten Lebensumständen und Schicksalen.

Es gab sicher Szenen, in denen mein Lesefluss etwas abgeschwächt wurde, weil die Beschreibungen des Autors an manchen Stellen einfach etwas zu detailreich und ausführlich waren. Aber nichtsdestotrotz habe ich mich durchweg gut unterhalten gefühlt.

Beim Lesen hatte ich stellenweise das Gefühl, dass ich mir vieles selbst erklären und zusammenreimen muss. Der Autor erläutert zum Beispiel das Magiesystem nur nach und nach und über gewisse Zeiträume hinweg wird der Leser sehr stark im Dunkeln gelassen. Das hat mich doch etwas gestört, denn ich erfahre lieber zu Beginn eines Buches, worum es sich dabei handelt. So hatte ich während des Lesens aber das Gefühl, der Handlung nicht folgen zu können, weil mir einfach dafür nötiges Wissen fehlt. Aufgrund dieses Kritikpunktes ziehe ich in meiner Endbewertung einen Stern ab.

Da der erste Band der Reihe in der deutschen Übersetzung in zwei Teilen erscheint, endet dieser erste Teil "Der Weg der Könige" sehr plötzlich und an einer Stelle, die nicht besser gewählt hätte werden können. Das Ende ist ein wahrer Cliffhanger und ich kann das Erscheinen des zweiten Bandes kaum erwarten, denn ich will unbedingt wissen, wie es mit den Charakteren weiter geht.


Mein Fazit:
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Ein wahrer Fantasy-Schmöker abseits von Elfen und Zwergen, der spannende und unterhaltsame Lesestunden bietet.


Eckdaten zum Buch:
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Format: Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag
Seitenzahl: 896 Seiten

Verlag: Heyne Verlag (25. April 2011)

ISBN-10: 3453267176
ISBN-13: 978-3453267176

Originaltitel: The Way of Kings - The Stormlight Archive, Book 1 (Part 1)

Preis: 21,99 Euro

                                       

22.1.12 19:34, kommentieren

3. Zwischenbericht

Mittlerweile habe ich die Hoffnung, die Januar-Aufgabe erfüllen zu können, aufgegeben. Es sind schon 10 neue Bücher in mein Regal gewandert - was bedeutet, dass ich 30 Bücher lesen müsste, um die Regel "Lies 3 - kaufe 1" einzuhalten. Ich lese zwar viel, aber natürlich keine 30 Bücher...

Oje, schon bei der ersten Aufgabe zu scheitern, ist natürlich kein gutes Gefühl. Ich hoffe, dass die Februar-Aufgabe machbarer ist. Oder es mir leichter fällt, mich an sie zu halten...

1 Kommentar 21.1.12 21:47, kommentieren

Edward St. Aubyn - Schöne Verhältnisse

Abgebrochen habe ich das Buch zwar nicht, aber nach knapp 60 Seiten habe ich nur noch quer gelesen. Der Stil von St. Aubyn ist zwar durchaus ganz angenehm, aber die Story, die er in "Schöne Verhältnisse" auftischt, war ganz und gar nicht nach meinem Geschmack. Er hat es sich wohl zum Ziel gesetzt, das Leben der High Society so richtig durch den Dreck zu ziehen. Leider hat das sehr abartige und unschöne Szenen zum Ergebnis. Ich habe mich sehr an Bücher von Ian McEwan erinnert gefühlt, der es auch immer wieder schafft, bei mir Abscheu und Abneigung hervorzurufen.

Falls euch das Buch trotzdem interessiert, hier mal sein Klappentext:

Über die Hölle, die Familie heißt

Ein strahlender Septembermorgen in einer Villa in Südfrankreich: Der Hausherr ertränkt mit Hilfe des Gartenschlauchs ganze Ameisenvölker, seine alkoholsüchtige Frau versucht unbemerkt an ihren ersten Brandy zu gelangen, während der fünfjährige Sohn auf dem Brunnenrand mit seinem Leben spielt – so sieht der ganz normale Alltag der Familie Melrose aus. Und das ist längst nicht alles, was sich hinter der sorgfältig aufgebauten Fassade der Upper-Class-Familie abspielt …

Eine ungeheuerliche Geschichte, ebenso komisch wie erbarmungslos.

Vielleicht hat es ja auch der ein oder andere von euch schon gelesen, dann würde mich natürlich eure Meinung dazu interessieren!

                                     

20.1.12 19:56, kommentieren

Julia Hoban - Bis unter die Haut

Jugendbücher lese ich immer wieder gerne. Zum Einen sind sie nicht so anspruchsvoll geschrieben und eignen sich herrlich zum Entspannend. Zum Anderen erzählen sie oft faszinierendere Geschichten als belletristische Romane für Erwachsene.

So ein Buch ist auch "Bis unter die Haut", das mich aufgrund seines Covers und seinen Klappentextes total fasziniert hat und ich es einfach lesen MUSSTE.

Lest in dieser Rezension, wie es mir gefallen hat. :-)


Klappentext:
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Vor einem halben Jahr tranken Willows Eltern bei einer Einladung ein Glas zu viel und baten ihre Tochter, sie nach Hause zu fahren. Doch sie kamen niemals an. Willow verlor die Kontrolle über den Wagen und ihre Eltern starben vor ihren Augen.

Jetzt hat Willow all das hinter sich gelassen. Sie ist weggegangen von ihrer alten Schule, von ihren alten Freunden - von den Erinnerungen. Den Schuldgefühlen jedoch kann sie nicht entrinnen. Die erträgt sie nur, indem sie sich ritzt.

Da kommt Guy in ihre Klasse, ein Junge, so sensibel und nachdenklich wie Willow selbst. Er entdeckt ihr gut gehütetes Geheimnis. Und durch seine bedingungslose Liebe lernt Willow, sich selbst zu vergeben und an sich zu glauben.


Über die Autorin:
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Julia Hoban ist sehr vielseitig talentiert: Sie studierte Physik und Philosophie, entwirft Kleidung und Handtaschen und schreibt Kinder- und Jugendbücher. Die Autorin lebt mit ihrem Mann in New York und arbeitet derzeit an einem neuen Roman.


Allgemeines zum Buch:
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"Bis unter die Haut" umfasst 350 Seiten und gliedert sich in 16 Kapitel. Zu Beginn des Buches sind diese noch relativ kurz, werden aber zum Ende hin immer länger. Denn auch die Handlung wird nach und nach intensiver und benötigt Raum, um sich zu entfalten. Vereinzelt sind die Kapitel in Absätze unterteilt, um während des Lesens bequem Pausen einlegen zu können, ohne das Kapitel unbedingt zu Ende lesen zu müssen.

Das Buch beginnt ein gutes halbes Jahr nach dem Unfall, bei dem Willows Eltern ums Leben gekommen sind. Dieser Unfall wird nicht groß thematisiert. Es finden sich an einigen Stellen Rückblicke, in denen man etwas dazu erfährt, aber im Vordergrund des Buches steht eindeutig Willows jetziges Leben

Geschrieben ist das Buch aus der Sicht eines allwissenden Erzählers in der Gegenwartsform. Rückblicke in die Vergangenheit, insbesondere Willows Erinnerungen an den schrecklichen Autounfall, sind in der Vergangenheitsform geschrieben. Willows Gedanken werden an einigen Stellen in kursiver Schrift verdeutlicht.

Sehr passend zum Inhalt des Buches ist dessen Cover. Dies finde ich sehr gut gestaltet und bringt stöbernde Leser in der Buchhandlung dazu, das Buch zur Hand zu nehmen und genauer zu betrachten.

Die Originalausgabe von "Bis unter die Haut" erschien 2009 unter dem Titel "Willow" bei DialBooks, a member of Penguin Group, New York.


Meine Meinung zum Buch:
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Wie verzweifelt muss ein junger Mensch sein, um sich selbst grausame Verletzungen und Schmerzen zuzufügen? Liegt es nicht in der Natur des Menschen, Angst vor Schmerzen zu empfinden? Was muss geschehen, um diese Angst zu überwinden? Vielleicht so etwas, das Willow zugestoßen ist? Ein schrecklicher Autounfall, der zwei Menschen das Leben nahm? Und an dem sie sich selbst schuldig fühlt?

Mit ihrem Buch "Bis unter die Haut" ist Julia Hoban ein Buch gelungen, das wahrlich unter die Haut geht. Der Autorin gelingt es, das Leben der jungen Protagonistin auf eine sehr authentische Weise zu zeichnen. Willow hat Angst vor dem Umgang mit Altersgenossen, da sie befürchtet, über den Unfall ausgefragt zu werden und alles noch einmal durchleben zu müssen. Sobald in ihrer Nähe getuschelt oder gekichert wird, ist sie sich sicher, dass sie der Grund dafür ist. Sie ist eine Einzelgängerin und zu ihren Freunden von früher hat sie keinen Kontakt mehr, da sie nicht an ihr altes Leben erinnert werden will.

Doch Willows Probleme gehen natürlich noch viel weiter: Sie ritzt sich selbst und niemand darf davon erfahren. Sie befürchtet neugierige Fragen beim Kauf von Rasierklingen, sie versteckt diese heimlich unter ihrer Matratze, sie vergräbt blutverschmierte Blusen im Park. Willows Leben wird von ihrer Gier nach Schmerzen total bestimmt. Ihre Gedanken drehen sich allein darum, an welcher Stelle sie sich das nächste Mal ritzen kann, ohne dass es auffällt.

Julia Hoban scheut sich nicht davor, ausführlich zu beschreiben, wie Willow vorgeht, wenn sie sich selbst verletzt. Ausführlich wird beschrieben, wie die Rasierklinge in Willows empfindliche Haut eindringt. Was sie bei mir als Leserin damit erreicht hat, ist vor allem Abscheu und ein Gefühl von Befremdlichkeit. Und ebenso wenig zimperlich geht Julia Hoban vor, wenn sie die Unfallereignisse beschreibt. Hier spritzt Blut, Köpfe knallen gegen das Armaturenbrett.

Nachdem ich Willows Verhalten nach den ausführlichen Beschreibungen ihrer Selbstverletzung mit Kopfschütteln begegne, bin ich der Autorin dankbar dafür, dass diese nun versucht, Gründe für Willows Verhalten zu finden: Willow verdrängt ihren inneren Schmerz durch eine andere Art von Schmerz, nämlich körperlichen Schmerz, der sie taub und immun gegen alles andere macht. Sie sucht und findet darin eine Ablenkung. Und mit diesen Erklärungsversuchen schafft es die Autorin doch noch, mir Willow nahe zu bringen. Ich kann ihr Verhalten nun besser nachempfinden und es teilweise sogar verstehen.

Doch Willow ist nicht die Einzige, die lernen muss, mit den Folgen des Unfalls zu leben. Denn sie hat einen Bruder, David, der ein paar Jahre älter ist als sie, und mit dem sie nun zusammenwohnt, gemeinsam mit seiner Frau und dem Baby der beiden. Auch David hat einen Weg gefunden, die schrecklichen Ereignisse zu verarbeiten: Er weint nachts heimlich in der Küche. Und Willows Schuldgefühle wachsen, als sie ihren Bruder heimlich beobachtet, denn für sie steht fest, dass David ihr die Schuld am Unfall gibt.

Vieles ändert sich, als Willow Guy kennenlernt. Denn Guy ist nicht nur sehr nett zu Willow, sondern er kümmert sich um sie, er bemüht sich um sie, er kämpft um sie. Guy vermittelt Willow andere Sichtweisen auf Vieles. Während Willow von der Einstellung anderer Menschen ihr gegenüber fest überzeugt ist, schafft Guy es, ihr die Augen zu öffnen und sie lernt, das Verhalten der Anderen neu zu erkennen und einzuschätzen.

Natürlich entwickelt sich zwischen Willow und Guy eine zarte Liebesgeschichte und mir hat es großen Spaß gemacht, die beiden dabei zu beobachten. Ihre Beziehung ist von Hochs und Tiefs und starken Stimmungsschwankungen geprägt. Wird Willow es schaffen, sich für Guy und gegen das Ritzen zu entscheiden?

Am Ende des Buches ist nicht alles gut. Willow ist nicht geheilt und ihre Narben sind auch noch nicht verblasst. Aber es hat sich einiges in ihrem Leben verändert und auch Willow selbst ist bereit, an sich etwas zu ändern. Ich fand dieses Ende sehr passend und authentisch. Es ist nicht zu erwarten, dass alle Probleme sofort verfliegen. Willow muss an sich arbeiten und vor allem an sich glauben. Ich denke, das ist die Nachricht, die Julia Hoban jungen Lesern, die in ähnlichen Situationen wie Willow stecken, mitgeben will.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und auf die Zielgruppe jugendlicher Leser abgestimmt. Das Buch liest sich leicht und flüssig. Größtenteils lebt es von seinen Dialogen. Diese wirkten an manchen Stellen sehr konstruiert und gestellt auf mich, treiben dafür aber stetig die Handlung voran. Der Autorin ist es aufgrund ihres eindringlichen Schreibstils gelungen, mich sehr für das Schicksal von Willow zu interessieren.


Mein Fazit:
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Eine Geschichte, die wahrlich unter die Haut geht!


Eckdaten zum Buch:
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Format: Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag
Seitenzahl: 352 Seiten

Verlag: cbt (11. April 2011)

ISBN-10: 3570160963
ISBN-13: 978-3570160961
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre (HIer bin ich mir aber nicht so sicher, 12 erscheint mir doch etwas zu früh)

Originaltitel: Willow

Neupreis: 16,99 Euro

                                     

19.1.12 21:08, kommentieren

Sticker, Sticker, Sticker!!!

Für mein Lesetagebuch habe ich mir einige Sticker gekauft, mit denen ich meine Einträge verschönern möchte. Für die Buchbewertungen, die ich unter anderem erfassen möchte, habe ich mir kleine goldene Sterne gekauft. Außerdem Herzchen, für besonders tolle Lieblingsbücher. Dazu Smileys, die nicht nur Freude, sondern auch Missfallen ausdrücken. Und schließlich Märchenwald-Sticker, die ich so putzig fand, dass ich sie einfach haben musste. Mal schauen, ob ich auch passende Bücher lese.

18.1.12 14:36, kommentieren